Die Tragödie der Minderheiten im Irak

Die ganze furchtbare Dimension der seit 2003 andauernden Kriege im Irak und Syrien ist der Öffentlichkeit im Westen kaum bewusst. Eine Wiege der Zivilisation ist in ein Schlachtfeld verwandelt, die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen  zerstört worden. Es ist immer noch nicht absehbar, wann dieser Alptraum für die dortigen Menschen enden wird. Die Flucht ist für viele der letzte Ausweg, um aus dem Inferno zu entkommen. Manche schaffen es bis … Weiterlesen …

Sardarabad

Von Kobanê bis Afrin: No pasarán – sie kommen nicht durch!

Nach Kobanê ist erneut ein bislang kaum bekannter Ort in Syrien in den Focus der Weltöffentlichkeit geraten: Afrin. Die an die Türkei angrenzende syrische Provinz ist mit 2000 Quadratkilometern Fläche kleiner als das Saarland. Die Einwohnerzahl Afrins beträgt mit etwa 350.000 auch nur ein Drittel der Bevölkerung des Saarlands, allerdings leben inzwischen nochmal so viele Flüchtlinge aus anderen Regionen Syriens dort. Eingeschlossen zwischen den Grenzen der Türkei sowie den von … Weiterlesen …

Baku

Aserbaidschanische Politiker bieten 10.000 Euro für ein abgeschnittenes Ohr

Ekrem Eylisli genoss bis vor wenigen Tagen als „Schriftsteller des Volkes“ ein hohes Ansehen in der Republik Azerbaidschan. Heute wird das Haus des 75-jährigen Schriftstellers in Baku von aufgebrachten Nationalisten belagert; seine zahlreichen Romane werden öffentlich unter Jubel verbrannt; Präsident Aliyew hat per Dekret dem Schriftsteller, der 2005 auch Abgeordneter im Parlament in Baku war, den Titel „Schriftsteller des Volkes“ aberkannt und zugleich auch angeordnet, dass er keine Ehren-Pension mehr … Weiterlesen …

Airport Los Angeles

Die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern und die US-Politik

Eine schönes Weihnachtsgeschenk hätte es für die Armenier werden können, aber am Ende ist es so gekommen, wie es eigentlich zu erwarten war: Im US-Abgeordnetenhaus ist es nicht zu einer Abstimmung über einen Antrag gekommen, worin der Völkermord an den Armeniern anerkannt wird. Dabei hatte eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus längst ihre Bereitschaft bekundet, für die Annahme des Antrags HR 252 zu stimmen. In den vorangegangenen Tagen hatte die Regierung in … Weiterlesen …

Parajanov

Die Türkei – verbrecherischer Staat oder Demokratie?

Die Bedeutung der Türkei hat in den vergangen Jahren beachtlich zugenommen: Sie ist Mitglied im UN-Sicherheitsrat geworden, gehört der G-20 an, in der die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vertreten sind, und führt seit 2005 Beitrittsverhandlungen mit der EU. Von einem Staat, dessen Gründer sich an Europa orientierten und der seit 1952 Mitglied der NATO ist, würde man denken, er sei sicher demokratisch. Kein geringerer als US-Präsident Barack Obama, der im … Weiterlesen …

Keghart

Die Armenier dürfen keinen Patriarchen wählen: Ist das der Anfang vom Ende des Armenisch-Apostolischen Patriarchats in Konstantinopel?

Im Juli 2008 wurde bekannt, dass Mesrob Mutafyan, der Patriarch der Armenisch Apostolischen Kirche in Konstantinopel, an Alzheimer leidet und sein Amt nicht mehr wahrnehmen kann. Obwohl der Patriarch auf Lebenszeit gewählt wird, war allen klar, dass eine Lösung gefunden werden musste. Offenbar waren aber bestimmte Kreise daran interessiert, dies möglichst lange hinauszuzögern. Diese Verzögerungstaktik ließ sich angesichts der wachsenden Unruhe innerhalb der armenischen Gemeinde in Konstantinopel nicht länger fortsetzen. … Weiterlesen …

Ararat

Die Lage nach dem russisch-georgischen Krieg

Der russisch-georgische Krieg liegt nun über sechs Monate zurück und die anfängliche Empörung des Westens über Russland hat sich gelegt. Süd-Ossetien und Abchasien sind nicht mehr Teil Georgiens, auch wenn die internationale Staatengemeinschaft die Unabhängigkeitserklärung dieser zwei Gebiet nicht anerkannt hat. Es ist damals viel über die Folgen des Krieges in der Region spekuliert worden. Würde der Krieg Auswirkungen auf die Entwicklung in der Berg-Karabach Frage haben und würde es zu einer Schwächung des türkischen Einflusses im Südkaukasus kommen, lauteten die zwei wichtigen Fragen auf armenischer Seite.

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Mor Gabriel

Das Kloster Mor Gabriel und unsere gemeinsame Verantwortung für die Christen in Mesopotamien

Am 25. Januar fand in Berlin eine bemerkenswerte Demonstration statt: Über 15.000 Assyrer/Aramäer waren aus allen Teilen Deutschlands gekommen, um dagegen zu protestieren, dass das im Tur Abdin gelegene Kloster Mor Gabriel in seiner Existenz bedroht wird. Dieses über 1600 Jahre alter Kloster ist ein bedeutendes religiöses Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen.

Es ist zugleich auch ein Ort, wo die Sprache und Kultur der Assyrer/Aramäer gepflegt wird. Der Versuch eines einflussreichen, lokalen kurdischen Politikers von der Regierungspartei AKP, Ländereien des Klosters an sich zu reißen, beschäftigt seit einiger Zeit die Gerichte. Mit der Behauptung, das Kloster sei angeblich auf einem Grundstück errichtet worden, wo früher eine Moschee gestanden habe, wird zusätzlich die Existenz des Klosters bedroht.

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Yerevan

Mordparagraph 301

Für den Mord an dem armenischen Journalisten Hrant Dink seien diejenigen verantwortlich, die den Paragraphen 301 geschaffen haben, sagte der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk. Ähnlich äußerte sich der bekannte Kolumnist Mehmet Ali Birand. Auf der Trauerkundgebung in Istanbul trugen viele Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift „Mordparagraph 301“. Dieser stellt die „Beleidigung des Türkentums“, der Republik sowie der Organe und Einrichtungen des Staates“ unter Strafe. Hrant Dink war der Einzige, der aufgrund … Weiterlesen …